Matthias Möller: "Ein recht direktes Völkchen"?

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Matthias Möller

»Ein recht direktes Völkchen«?
Mannheim-Schönau und die Darstellungsmuster von kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge
 
180 Seiten, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-931786-41-0
erschienen 2007


Matthias Möller: "Ein recht direktes Völkchen"?

Sommer 1992. Die Flüchtlingsunterkunft in Mannheim ist das Ziel rassistischer Angriffe. Tagelang versammelten sich Bewohner des Stadtteils vor einer Asylunterkunft und bedrohten die dort lebenden Flüchtlinge. Die Polizei schützte zwar mit einem Großaufgebot das Wohnheim, doch die Massenhaftigkeit und Entschlossenheit der Menge ließ keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei um einen außergewöhnlichen Fall von rassistisch motivierter Mobilisierung gegen schutzsuchende Menschen handelte – auch wenn ihm nicht die gleiche mediale Aufmerksamkeit zuteil wurde wie anderen An- und Übergriffen dieser Zeit. Doch löste das Pogrom auch überregional entschiedene Solidarität mit den Flüchtlingen aus.
Die Schönauer Ereignisse fanden fast zeitgleich mit den neonazistischer Pogromen und rassistischen Morden in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen oder Mölln statt. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Tübinger Kulturwissenschaftler Matthias Möller die unterschiedlichen Konfliktdarstellungen beteiligter Akteure (Polizei, Presse, Stadtverwaltung, Schönauer Bürger, Antifa-Gruppen u.a.). Losgelöst vom hektischen Aktivismus einer akuten Bedrohungssituation nimmt seine Recherche die Ereignisse nun detailliert in den Blick.

"Selten habe ich unseren Widerstand so hilflos erlebt, selten kamen mir unsere Reaktionen so symbolisch und wirkungslos vor. Wir konnten die Angriffe auf Flüchtlingsheime nicht verhindern, und die meisten Gegendemonstrationen, Tage oder Wochen später, hatten etwas Gespenstisches und lächerlich Drohendes. Wir haben mehrere Demonstrationen in Mannheim-Schönau mitorganisiert, wo ein Flüchtlingsheim mehrere Tage belagert wurde. Die Antifa- und antirassistischen Gruppen vor Ort sahen sich nicht in der Lage, eigenständig zu agieren. Es wurde regional mobilisiert, um überhaupt das Zutrauen zu stärken, dort zu intervenieren. Das Gefühl jedoch, sich auf feindlichem Terrain zu bewegen, blieb, und die Erfahrung, eigentlich alle und alles gegen sich zu haben, begleitete einen auf Schritt und Tritt: von der dort regierenden SPD angefangen, über die Mehrheit der Bevölkerung in der angrenzenden Arbeitersiedlung bis hin zur Polizei." (l.u.p.u.s. in: Zeck Nr. 76, Januar/Februar 1999)

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