Colin Goldner
Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs
Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage
735 Seiten, Fotos, kartoniert, Euro 34.-
ISBN 3-86569-021-1
erschienen 2008
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Der Dalai Lama genießt weltweit hohes Ansehen, wird (wie auch der von ihm vertretene Buddhismus) mit Gewaltfreiheit, Tierliebe, ökologischem Bewußtsein und auf unendlicher Gelassenheit gründender tieferer Erkenntnis in Verbindung gebracht. Colin Goldner wirft einen Blick hinter diese Fassade. Er zeichnet das Leben des 14. Dalai Lama seit dessen Geburt (1935) und „Entdeckung“ nach. Chronologisch stellt der Autor die verschiedenen Stationen des geistliche und politische Führung der Tibeter in sich vereinenden Gottkönigs dar: seine Erziehung im Kloster, die Zeit nach dem Einmarsch der Chinesen (1949), die Flucht nach Indien (1959), wo noch heute die exiltibetische Regierung ihren Sitz hat (Dharamsala), sein Aufstieg zum Medienstar und zur Kultfigur der Esoterikszene. In einer Reihe von „Exkursen“ werden darüber hinaus Hintergrundinformationen geboten zu bestimmten Aspekten der buddhistischen Lehre, der tibetischen Geschichte oder der Biographie des Dalai Lama. Dabei zeigt sich, daß das im Westen vorherrschende Bild von Tibet und dem Buddhismus stark idealisiert ist. Denn die Lebensverhältnisse unter der Diktatur der „Gelbmützen“-Mönche waren erbärmlich, durch die Geschichte des Lamaismus zieht sich eine Blutspur, in den Klöstern werden vierjährige Jungen aberwitzigen Übungen unterzogen, die tantrische Rituale erinnern an sexuellen Mißbrauch. Die Doktrin des tibetischen Buddhismus ist geprägt von menschenverachtenden Vorstellungen über „Karma“ und eine angeblich höhere „Gerechtigkeit“ alles Seienden (wem es heute schlecht geht, wer krank ist, ausgebeutet und gequält wird, habe dies durch seine vorherigen Leben selbst herbeigeführt) und beherrscht von einem abstrusen Dämonenglauben. Die Äußerungen des Dalai Lama zeugen von absolutem Unverständnis für die am Ende des 20. Jahrhunderts anstehenden Fragen, seine „Weisheiten“ entpuppen sich als nichtssagende, teilweise sogar peinliche Allgemeinplätze; vielfach sind die Äußerungen „Seiner Heiligkeit“ durchzogen von bedenklich rechtslastigem Gedankengut. Für die Neuauflage wurde das Buch umfassend überarbeitet und erweitert sowie im biographischen Teil um den seit der Erstveröffentlichung 1999 verstrichenen Zeitraum ergänzt. Nach der Lektüre des Buches werden viele Menschen ihr Bild des Dalai Lama und des durch ihn verkörperten Buddhismus revidieren müssen.
Aus dem Inhalt
Vorsätzliche Geschichtsfälschung * Religiöser Wahnwitz * Diktatur der Gelbmützen * Verbrechen an Kindern * Braune Aura * Verdrehung von Fakten * Wahrsagen als Politik * Phallokratie der Lamas * Leere der Leere * Roter Teppich für Terroristen * Esoterischer Firlefanz * Magie und Wunderheilung * Zwischen Politik und Speichelschlürfen * Ozean der Weisheit * Everybodies Darling * Leben auf Kosten anderer * Buddhistischer Dschihad * Fäkalien und tote Hühner
Medienstimmen
Jahrhundertelang waren die Lamas brutale Gewaltherrscher, die ihr Volk entweder als Sklaven und Leibeigene gehalten haben oder faktisch verhungern ließen. Noch in den Fünfzigern hatten die Lamas die Macht, jeder tibetischen Familie willkürlich ihre drei- bis vierjährigen Söhne zu entreißen, um sie als Klosterschüler auszubilden. Wen interessiert schon, dass der Dalai Lama den Gründer der für die Giftgas-Anschläge in Tokio verantwortlichen Aum-Sekte, Shoko Asahara, „einen Freund“ nannte? Oder dass er bis in die 1990er Jahre hinein mit ehemaligen hohen SS-Offizieren befreundet war? All das ist in Colin Goldners Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs nachzulesen. (Vince Ebert in Frankfurter Rundschau, 5.8.2009)
Colin Goldner behandelt vieles davon, und sein Buch sollte mehr gelesen und diskutiert werden. Es ist ein valides Gegengewicht zu dem Unsinn, der seit Jahrzehnten über das Thema veröffentlicht wird. Wer sich mit dem Thema ernsthaft befassen will, sollte nicht zögern: Das Buch ist sein Geld wert. (Jürgen Gottschling in Neue Rundschau, November 2008)
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