Alfred Binder
Mythos Zen
277 Seiten, kartoniert, Euro 18.-
ISBN 978-3-86569-057-9
erschienen 2009
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Weltweit sind zurzeit ca. 4.000 Bücher über den Zen-Buddhismus erhältlich. Mythos Zen ist seine erste umfassende Analyse, die sowohl Lehre wie Praxis unter philosophischen, ethischen, historischen und psychologischen Gesichtspunkten kritisch beleuchtet. Sie entzaubert eine Welt- und Lebensanschauung, welche in den vergangenen Jahrzehnten viele Intellektuelle und Künstler faszinierte, die New-Age-Bewegung stark beeinflusste und die christlichen Kirchen „spirituell“ anregte.
Zen gilt vielen, die sich mit östlichen Religionen beschäftigen, als die „erhabenste Lehre“. Seinem Anspruch nach soll es weder eine Religion noch eine Philosophie sein, sondern eine Lehre ohne Lehrinhalt. Zen verspricht nicht nur eine völlige psychische Verwandlung, sondern eine Erleuchtung, die vollkommene Einsicht in die Natur des Universums gewähren soll.
Ausführlich wird dargestellt, dass die populären Behauptungen falsch sind, Zen übersteige die Logik und sei mit dem gewöhnlichen Verstand nicht begreifbar. Auch zeigen die geschichtlichen Fakten die Schwierigkeiten des Zen mit ethischen Prinzipien; dies manifestierte sich besonders im bisher größten historischen „Ausrutscher“, der innigen Kooperation der Institution Zen mit dem japanischen Faschismus und die Verwandlung der zen-buddhistischen Philosophie in eine den Faschismus legitimierende Ideologie.
Zwar bedeutet das japanische Zen in der Theorie einen Rückfall in schlechte Metaphysik und in der Praxis oft Militarismus, trotzdem kann Zen, jenseits von Mystik und Metaphysik, für den Einzelnen sehr wohl eine therapeutische Funktion haben. Der Autor arbeitet diese genau heraus und zeigt damit den „ursprünglichen Sinn“ dieser Praxis auf.
Aus dem Inhalt
Warum man über Zen sprechen kann * Von der Herkunft des Zen * Erfüllung und Erleuchtung * Wie plausibel ist reine Erkenntnis? * Übersteigt Zen die Logik? * Koans und das „Grundproblem des Zen-Buddhismus“ * Das Todeswissen und was es für unser Leben bedeutet * Niemand stirbt. Noch einmal: Zen und Tod * Lebensformen des Zen
Medienstimmen
Das Anliegen von Alfred Binder ist, seinen Lesern deutlich zu machen, dass der Zen-Buddhismus aus Japan „den Muff von tausend Jahren“ mitgebracht hat und diesen in unserer aufgeklärten Gesellschaft mit nicht unbedeutender Anhängerschaft weiter pflegt. Er kratzt am Nimbus des Zen, eine erhabene Praxis und mit Worten nicht fassbar zu sein, und entzaubert so eine Weltanschauung, die in den letzten Jahrzehnten in den USA und Europa viele Künstler und Intellektuelle faszinierte... (Hugo Gepard in diesseits 1/2010)
Binder hält die Lehre vieler Zen-Meister für falsch, wir Menschen könnten nur dann erfahren, wie die Welt wirklich ist, wenn wir das Denken ausschalten. Reine Wahrnehmung sei eine Illusion, hält er dieser Position entgegen. Ohne Sprache, Begriffe und Zeichen könnten wir überhaupt nichts wahrnehmen. (...) Widersprechen muss man Binder daher, wenn er meint, Religion und Metaphysik generell mit einer psychoanalytisch grundierten Projektionsthese erledigen zu können. Die Sehnsucht nach der Verschmelzung in der Alleinheit aufgrund mangelnder Geborgenheit und fehlender Anerkennung kann, muss aber nicht die Triebkraft mystischen Erlebens sein. (...) Trotz kritischer Rückfragen: Binders kluge Argumente gegen die Zen-Philosophie und -Mystik können helfen, eine gut begründete Religiosität von einer schlecht begründeten zu unterscheiden. (Hartmut Meesmann in Publik-Forum 6/2010)
Weitere Informationen
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