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Ilhan Arsel
„Frauen sind euere Äcker“
Frauen Scharia Islam
Aus dem Türkischen übersetzt und herausgegeben von Arzu Toker
ca. 400 Seiten, kartoniert, ca. Euro 24.-
ISBN 3-86569-027-0
Eine umfassende Kritik der Rolle der Frau im Islam
Ilhan Arsel legt offen, welche erniedrigende Rolle (in der Familie wie in der Gesellschaft) der Koran und die Überlieferung der Frau zuschreibt. Er kann deutlich machen, daß für Frauen im Islam keine Gleichberechtigung vorgesehen ist, daß sie vielfach benachteiligt sind (Erbschaft, Scheidung) und häufig abwertend dargestellt werden.
Der Autor zeigt anhand der Stellung der Frauen in den vorislamischen türkischen und arabischen Gesellschaft auf, welche Freiheiten sie durch die Islamisierung eingebüßt haben. Damit widerlegt er die Behauptungen, daß Muhammad die Stellung der Frau zu seiner Zeit verbessert hätte.
Ilhan Arsels Werk ist die erste umfassende kritische Arbeit zur Rolle der Frau im Koran, das von einem Autor aus einem islamisch geprägten Land geschrieben wurde.
Ludger Lütkehaus
Kindheitsvergiftung
Durchgesehene Neuauflage
ca. 96 Seiten, kartoniert, ca. Euro 9.-
ISBN 978-3-86569-045-6
Ein satirisch-ketzerisches Psychogramm einer gottgefälligen Familie
Ludger Lütkehaus erzählt von einer Kindheit in einem streng katholischen Umfeld, geprägt von Angst und Schuldgefühlen. Dabei entpuppen sich die Familienmitglieder gleichzeitig als Täter und Opfer des katholischen Wahnsystems. Und die Leser werden in dieses Knäuel von schuldhaft erlebter Sexualität und gewaltsamer Religiosität hineingezogen, ohne sich entziehen zu können.
Ludger Lütkehaus, geboren 1943, lehrt Literaturwissenschaft an der Universität Freiburg. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu philosophischen Themen; besondere Beachtung fand seine bei Haffmans erschienene Schopenhauer-Ausgabe (1988).
Peter Kropotkin
Gegenseitige Hilfe im Tier- und Menschenreich
ca. 320 Seiten, kartoniert, ca. Euro 20.-
ISBN 978-3-86569-905-3
Eine frühe Verteidigung Darwins gegen „sozialdarwinistische“ Interpretationen
Die Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt von Peter Kropotkin, erstmals erschienen 1902 unter dem Titel Mutual Aid. A Factor of Evolution, ist nicht nur ein Klassiker der anarchistischen Literatur, sondern kann auch als früher Vorläufer soziobiologischen Denkens gelten. Geschrieben als Antwort auf zahlreiche Publikationen, die Darwins Evolutionstheorie zu einem menschenverachtenden Sozialdarwinismus verkürzen wollten, argumentiert Kropotkin, dass in Natur und Gesellschaft keineswegs nur ein Kampf aller gegen alle stattfindet, sondern dass ebenso ein Prinzip obwaltet, das er „gegenseitige Hilfe“ nennt (und von modernen Soziobiologen als „reziproker Altruismus“ bezeichnet wird). Kropotkin illustriert seine Thesen nicht nur auf gelehrte Weise anhand von Quellen aus Biologie, Geschichts- oder Kulturwissenschaft der damaligen Zeit, sondern fügt auch eigene Beobachtungen an, die er auf seinen zahlreichen Reisen gemacht hat. Die Fragen, die Kropotkin aufwirft, gewinnen immer drängender an Aktualität.
Peter Kropotkin (1842-1921), gilt als einer der einflussreichsten Vertreter des kommunistischen Anarchismus. Dem russischen Hochadel entstammend, engagierte er sich doch bald für die Befreiung der Menschheit von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungleichheit. Zahlreiche Reisen durch Asien und Europa erweiterten seinen Horizont. Er verfasste Artikel für The Times, Nature und die Encyclopaedia Britannica. Seine Beerdigung 1921 wurde von mehreren zehntausend Menschen besucht und war die letzte Massenveranstaltung oppositioneller Kräfte in der Sowjetunion bis 1990.
Heiner Jestrabek / Ji YaLi
Der Westwind blies übern Gartenzaun
Aufklärung, Rationalismus und freies Denken in der chinesischen Philosophie
ca. 250 Seiten, Abbildungen, kartoniert, Euro ca. 18.-
ISBN 978-3-86569-060-9
Eine Einführung in die bislang kaum beachteten aufklärerischen Traditionen der Philosophie Chinas
Der „Ferne Osten“ wird in Europa meist mit „Spiritualität“ in Verbindung gebracht. Doch diese Sicht ist sehr einseitig, blendet sie doch die diesseitigen Strömungen fernöstlichen Denkens völlig aus. Die vorliegende Einführung in die aufklärerischen Traditionen der chinesischen Philosophie führt uns hingegen vor Augen, daß es zahlreiche Denker im Reich der Mitte gab, die materialistische oder rationalistische Ansätze verfolgten. Dabei handelt es sich um eigenständige Traditionen, die aus den Gegebenheiten der chinesischen Gesellschaft und den Positionen der traditionellen chinesischen Philosophie entstanden sind – und nicht um den „Import“ der europäischen Aufklärung.
Heiner Jestrabek und Ji YaLi präsentieren uns die aufklärerischen Philosophen im Kontext ihrer Zeit, geben einen kurzen biographischen Abriss und stellen ihre wichtigsten Aussagen vor. Durch die Darstellung bislang in Europa viel zu wenig beachteter Denker kann das Buch dazu beitragen, vorherrschende Klischeevorstellungen über die Gedankenwelt des „Fernen Ostens “zu revidieren.
Heiner Jestrabek, geboren 1956, ist Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbands Ostwürtemberg und Autor mehrerer Publikationen zu historischen und philosophischen Themen; Herausgeber der Bände zu Albert Dulk, Jakob Stern, Rosa Luxemburg, August Bebel und August Thalheimer der Reihe Klassiker der Religionskritik.
Ji YaLi, geboren 1981, Germanistin und Sinologin.
Jürgen Beetz
Denken – Nach-Denken – Handeln
Triviale Einsichten, die niemand befolgt
ca. 240 Seiten, kartoniert, Euro ca. 18.-
ISBN 978-3-86569-054-8
Warum ist ein „Wirtschaftsweiser“ für Mindestlöhne und ein anderer dagegen? Wieso verfangen wir uns in ergebnislosen Diskussionen oder albernen Paradoxien, fallen auf die „Spielchen“ unserer Mitmenschen herein, verkennen Ursache und Wirkung, verwechseln Zufall und Vorbestimmung? Weshalb denken wir so und handeln anders?
Denken – Nach-Denken – Handeln zeigt, dass Philosophie, die „Liebe zur Weisheit“, auch im Alltag viele Probleme lösen und Handlungsanweisungen liefern kann. Dabei sind es oft „triviale Einsichten“, die uns einen Schritt voran bringen: Erkenntnisse, die wir schon längst haben oder durch ein wenig Nachdenken erlangen könnten, die wir aber einfach nicht beherzigen – aus vielfältigen Gründen, die wir hier ausführlich untersuchen und überwinden wollen.
Hier gehen Hirnforschung, Naturwissenschaften, Psychologie und Philosophie nebst einer Prise (Selbst-)Ironie eine interessante und amüsante Verbindung ein. Uns begegnen auf dieser Exkursion Paradoxien, die menschliche Evolution, zyklische Prozesse und seltsame Schleifen, Wahrnehmungstäuschungen, vernetzte Systeme und Regelkreise – schließlich das Chaos und die „objektive“ Wahrheit. Die Leser lernen Querverbindungen und Zusammenhänge zu erkennen, die sie bisher nicht gesehen haben. Einfache Erkenntnisse werden erneut ins Gedächtnis gerufen. Wir entdecken offensichtliche Vorteile beim Gebrauch des Verstandes und vermeiden die kleinen aber tückischen Fallen des Alltags: fruchtlose Schwarz-/Weiß-Diskussionen, verborgene Zwickmühlen innerer Widersprüche, kostspieligen Aberglauben oder schädliche Psycho-Spiele. Also lautet die Devise: „Benutze deinen Verstand!“
Jürgen Beetz, geboren 1940 in Hamburg; Dipl.-Ing. Elektrotechnik; Systemberater und Dozent für Professionelle Anwendungsentwicklung.
Michail Bakunin
Gott und der Staat
ca. 172 Seiten, kartoniert, Euro ca. 15.-
ISBN 978-3-86569-906-0
Ein Klassiker der anarchistischen Staats- und Religionskritik
Wie kaum eine andere Schrift prägte Gott und der Staat das Denken der anarchistischen Bewegung. Gedacht als Teil eines größeren Werkes blieb das 1871 verfasste Pamphlet unvollständig und wurde erst posthum veröffentlich. Wie fast alle von Bakunins schriftstellerischen Arbeiten war auch Gott und der Staat Fragment. Der Titel der Schrift stammt von den Nachlassverwaltern. Ursprünglich sollte sie, wie eine spätere Durchsicht von Bakunins Tagebüchern ergab, unter dem Namen „Die historischen Sophismen der doktrinären Schule des Kommunismus“ erscheinen. Sechs Jahre nach dem Tod des Verfassers wurde sie erstmals auf Französisch veröffentlicht und bald darauf in zahlreiche weitere Sprachen übersetzt.
In Gott und der Staat setzt sich Bakunin kritisch mit jeder Obrigkeit auseinander. Sprunghaft wie sein Leben ist auch dieses Pamphlet verfasst. Themen werden aufgegriffen und wieder fallen gelassen, manche Abschnitte enden abrupt, wie auch der ganze Text plötzlich aufhört, ohne alle Gedankengänge zu einem Abschluss zu bringen. Er sollte daher nicht als revolutionäres Programm gelesen werden, sondern als Fundgrube subversiver Gedanken – von der Interpretation des biblischen Satans über die Bemerkungen zum Verhältnis von Kirche und Staat bis hin zu den Bekenntnissen zu einem konsequenten antiautoritären politischen Kampf.
Die vorliegende Ausgabe umfasst neben der Schrift Gott und der Staat weitere Texte Bakunins und eine Einführung in das Lebenswerk des russischen Anarchisten von Max Nettlau.
Michail Bakunin (1814-1876) gilt als einer der einflussreichsten Denker der anarchistischen Bewegung. Schon früh beteiligte sich der einer alten russischen Adelsfamilie entstammende Revolutionär an den politischen Kämpfen gegen Staat und Obrigkeit in Europa. Haft, Exil und Flucht bestimmten weite Teile seiner Biographie. Die Auseinandersetzung mit Karl Marx in der Internationalen Arbeiterassoziation, wo er dem autoritären Sozialismus eine antiautoritäre Antwort entgegensetzte, machte Bakunin auch in proletarischen Kreisen bekannt. Widerhall fanden Bakunins Ideen und Taten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.
Simon Schneeberger
Fundamentalismus für Einsteiger
ca. 200 Seiten, kartoniert, Euro ca. 16.-
ISBN 978-3-86569-061-6
Eine unentbehrliche Handreichung für alle, die am Erfolg des Fundamentalismus teilhaben wollen
In Europa ist eine zunehmend fundamentalismusfreundliche Politik zu beobachten. Der Prozess der Gewöhnung an die Präsenz vor allem islamischer Fundamentalisten ist in vollem Gange; der evangelikale Fundamentalismus stellt in Form der Pfingstbewegung sogar die am schnellsten wachsende Konfession der Welt dar. Während das Thema „Islamismus“ in aller Munde ist, wird dem christlichen Fundamentalismus noch nicht die Beachtung geschenkt, die er verdiente. Entsprechend wenig bekannt sind Glaubensinhalte und gesellschaftliche Ansichten der protestantischen Fundamentalisten und die Tatsache, dass sie in der Missionierung Europas ihre größte Herausforderung sehen.
Wenn aber der Fundamentalismus nicht aufzuhalten ist, ist es höchste Zeit einzusteigen in dieses Erfolgsmodell. So empfiehlt der Autor sich die Teilhabe zu sichern am Segen der Intoleranz, an der Effizienz der einfachen Welterklärung: Eine einzige Heilige Schrift genügt als Grundlage, um sämliche terrestrischen wie xtraterrestrischen Phänomen zu erklären und das Leben zu gestalten.
Wer Fundamentalismus für Einsteiger für polemisch, satirisch und provokativ hält, könnte Recht haben – hat die Chance, Fundamentalist zu werden, aber verpasst.
Helmut Fink (Hrsg.)
Der neue Humanismus
Wissenschaftliches Menschenbild und säkulare Ethik
Schriftenreihe der Humanistischen Akademie Bayern, Bd. 4
ca. 250 Seiten, kartoniert, Euro ca. 20.-
ISBN 978-3-86569-059-3
Humanistische Positionen zur Wertedebatte
Der Sammelband dokumentiert die hochkarätig besetzte Tagung Der neue Humanismus der Humanistischen Akademie Bayern. Im Mittelpunkt der Beiträge steht die Frage, inwieweit Humanismus und Naturalismus sich zusammenbringen lassen und welche Schlussfolgerungen für Gesellschaftsordnung und Ethik daraus gegebenenfalls zu ziehen wären. Diese zentrale Fragestellung wird eingerahmt von der Vorstellung historischer Traditionslinien, an die ein neuer Humanismus anknüpfen könnte sowie methodenkritischen Beiträgen zum Verhältnis von Wissenschaft und Weltanschauung.
Ein interessanter Nebenstrang ist dabei die Frage, warum Religion entstanden ist, also welchen evolutionären Nutzen sie mit sich bringt. Zwei Beiträge verschaffen hier einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung.
Mit Beiträgen von Theodor Ebert, Bernulf Kanitscheider, Josef H. Reichholf, Michael Schmidt-Salomon, Eckart Voland, Franz Josef Wetz u.a.
Leo Tolstoi
„Das Reich Gottes ist in Euch!“
Religionskritische Schriften und Briefe
Klassiker der Religionskritik, Bd. 11
Herausgegeben und mit einem Vorwort von Ulrich Klemm
ca. 150 Seiten, kartoniert, Euro 13.-
ISBN 978-3-86569-131-6
Leo Tolstoi gilt als einer der wichtigsten Religions- und Kirchenkritiker des 19. Jahrhunderts. Er verstand sich jedoch nicht als Atheist. Mit seiner libertären und pazifistischen Ethik beeinflusste er maßgeblich befreiungstheologische Ansätze im 20. Jahrhundert und prägte ein neues Verständnis vom „Reich Gottes“ als einen politischen Weg zur Befreiung aus Tyrannei und Herrschaft. Vier Grundsätze prägten sein ethisches und politisches Denken und Handeln: Religion ist eine Angelegenheit der Vernunft. Daraus folgt das „Gesetz der Liebe“ und der „gegenseitigen Hilfe“ als anthropologische Grundannahmen: Gewaltfreiheit wird zum dominanten sozialen Imperativ. Statt Revolution steht die Selbstvervollkommnung im Mittelpunkt einer politischen Strategie.
Der Band bietet klassische Texte von Leo Tolstoi, dessen religionskritische Aufsätze eher selten rezipiert werden.
Paul Lafargue
Das Recht auf Faulheit
Widerlegung des „Rechts auf Arbeit“ von 1848
Um ein Vorwort von Michael Wilk ergänzte Neuauflage
ca. 100 Seiten, Abbildungen, kartoniert, ca. Euro 10.-
ISBN 978-3-86569-907-7
Ein Klassiker wider die „Arbeitsgesellschaft“
Erstmals erschienen 1883, kritisiert das Pamphlet die Vorstellung von Arbeit als Selbstzweck. Angesichts der zunehmenden Zwangsverpflichtungen von Arbeitslosen (zynisch als „Qualifizierungsmaßnahme“ apostrophiert), sinkender Reallöhne und immer schlechter werdender Arbeitsbedingungen kommt Lafargues Werk große Aktualität zu.
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