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Vorankündigungen

 


 Unsere aktuelle Vorschau für den Herbst 2010 kann [hier] heruntergeladen werden. 


 Ilhan Arsel
„Frauen sind euere Äcker“
Frauen Scharia Islam
Aus dem Türkischen übersetzt und herausgegeben von Arzu Toker
ca. 400 Seiten, kartoniert, ca. Euro 24.-
ISBN 3-86569-027-0

Eine umfassende Kritik der Rolle der Frau im Islam

Ilhan Arsel legt offen, welche erniedrigende Rolle (in der Familie wie in der Gesellschaft) der Koran und die Überlieferung der Frau zuschreibt. Er kann deutlich machen, daß für Frauen im Islam keine Gleichberechtigung vorgesehen ist, daß sie vielfach benachteiligt sind (Erbschaft, Scheidung) und häufig abwertend dargestellt werden.

Der Autor zeigt anhand der Stellung der Frauen in den vorislamischen türkischen und arabischen Gesellschaft auf, welche Freiheiten sie durch die Islamisierung eingebüßt haben. Damit widerlegt er die Behauptungen, daß Muhammad die Stellung der Frau zu seiner Zeit verbessert hätte.

Ilhan Arsels Werk ist die erste umfassende kritische Arbeit zur Rolle der Frau im Koran, das von einem Autor aus einem islamisch geprägten Land geschrieben wurde.


Ludger Lütkehaus
Kindheitsvergiftung
Durchgesehene Neuauflage
ca. 96 Seiten, kartoniert, ca. Euro 9.-
ISBN 978-3-86569-045-6

Ein satirisch-ketzerisches Psychogramm einer gottgefälligen Familie

Ludger Lütkehaus erzählt von einer Kindheit in einem streng katholischen Umfeld, geprägt von Angst und Schuldgefühlen. Dabei entpuppen sich die Familienmitglieder gleichzeitig als Täter und Opfer des katholischen Wahnsystems. Und die Leser werden in dieses Knäuel von schuldhaft erlebter Sexualität und gewaltsamer Religiosität hineingezogen, ohne sich entziehen zu können.
Ludger Lütkehaus, geboren 1943, lehrt Literaturwissenschaft an der Universität Freiburg. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu philosophischen Themen; besondere Beachtung fand seine bei Haffmans erschienene Schopenhauer-Ausgabe (1988).


Peter Kropotkin
Gegenseitige Hilfe im Tier- und Menschenreich
ca. 320 Seiten, kartoniert, ca. Euro 20.-
ISBN 978-3-86569-905-3

Eine frühe Verteidigung Darwins gegen „sozialdarwinistische“ Interpretationen

Die Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt von Peter Kropotkin, erstmals erschienen 1902 unter dem Titel Mutual Aid. A Factor of Evolution, ist nicht nur ein Klassiker der anarchistischen Literatur, sondern kann auch als früher Vorläufer soziobiologischen Denkens gelten. Geschrieben als Antwort auf zahlreiche Publikationen, die Darwins Evolutionstheorie zu einem menschenverachtenden Sozialdarwinismus verkürzen wollten, argumentiert Kropotkin, dass in Natur und Gesellschaft keineswegs nur ein Kampf aller gegen alle stattfindet, sondern dass ebenso ein Prinzip obwaltet, das er „gegenseitige Hilfe“ nennt (und von modernen Soziobiologen als „reziproker Altruismus“ bezeichnet wird). Kropotkin illustriert seine Thesen nicht nur auf gelehrte Weise anhand von Quellen aus Biologie, Geschichts- oder Kulturwissenschaft der damaligen Zeit, sondern fügt auch eigene Beobachtungen an, die er auf seinen zahlreichen Reisen gemacht hat. Die Fragen, die Kropotkin aufwirft, gewinnen immer drängender an Aktualität.
Peter Kropotkin (1842-1921), gilt als einer der einflussreichsten Vertreter des kommunistischen Anarchismus. Dem russischen Hochadel entstammend, engagierte er sich doch bald für die Befreiung der Menschheit von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungleichheit. Zahlreiche Reisen durch Asien und Europa erweiterten seinen Horizont. Er verfasste Artikel für The Times, Nature und die Encyclopaedia Britannica. Seine Beerdigung 1921 wurde von mehreren zehntausend Menschen besucht und war die letzte Massenveranstaltung oppositioneller Kräfte in der Sowjetunion bis 1990.


Heiner Jestrabek / Ji YaLi
Der Westwind blies übern Gartenzaun
Aufklärung, Rationalismus und freies Denken in der chinesischen Philosophie
ca. 250 Seiten, Abbildungen, kartoniert, Euro ca. 18.-
ISBN 978-3-86569-060-9

Eine Einführung in die bislang kaum beachteten aufklärerischen Traditionen der Philosophie Chinas

Der „Ferne Osten“ wird in Europa meist mit „Spiritualität“ in Verbindung gebracht. Doch diese Sicht ist sehr einseitig, blendet sie doch die diesseitigen Strömungen fernöstlichen Denkens völlig aus. Die vorliegende Einführung in die aufklärerischen Traditionen der chinesischen Philosophie führt uns hingegen vor Augen, daß es zahlreiche Denker im Reich der Mitte gab, die materialistische oder rationalistische Ansätze verfolgten. Dabei handelt es sich um eigenständige Traditionen, die aus den Gegebenheiten der chinesischen Gesellschaft und den Positionen der traditionellen chinesischen Philosophie entstanden sind – und nicht um den „Import“ der europäischen Aufklärung.
Heiner Jestrabek und Ji YaLi präsentieren uns die aufklärerischen Philosophen im Kontext ihrer Zeit, geben einen kurzen biographischen Abriss und stellen ihre wichtigsten Aussagen vor. Durch die Darstellung bislang in Europa viel zu wenig beachteter Denker kann das Buch dazu beitragen, vorherrschende Klischeevorstellungen über die Gedankenwelt des „Fernen Ostens “zu revidieren.

Heiner Jestrabek, geboren 1956, ist Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbands Ostwürtemberg und Autor mehrerer Publikationen zu historischen und philosophischen Themen; Herausgeber der Bände zu Albert Dulk, Jakob Stern, Rosa Luxemburg, August Bebel und August Thalheimer der Reihe Klassiker der Religionskritik.
Ji YaLi, geboren 1981, Germanistin und Sinologin.


Leo Tolstoi
„Das Reich Gottes ist in Euch!“
Religionskritische Schriften und Briefe
Klassiker der Religionskritik, Bd. 11
Herausgegeben und mit einem Vorwort von Ulrich Klemm
ca. 150 Seiten, kartoniert, Euro 13.-
ISBN 978-3-86569-131-6

Leo Tolstoi gilt als einer der wichtigsten Religions- und Kirchenkritiker des 19. Jahrhunderts. Er verstand sich jedoch nicht als Atheist. Mit seiner libertären und pazifistischen Ethik beeinflusste er maßgeblich befreiungstheologische Ansätze im 20. Jahrhundert und prägte ein neues Verständnis vom „Reich Gottes“ als einen politischen Weg zur Befreiung aus Tyrannei und Herrschaft. Vier Grundsätze  prägten sein ethisches und politisches Denken und Handeln: Religion ist eine Angelegenheit der Vernunft. Daraus folgt das „Gesetz der Liebe“ und der „gegenseitigen Hilfe“ als anthropologische Grundannahmen: Gewaltfreiheit wird zum dominanten sozialen Imperativ. Statt Revolution steht die Selbstvervollkommnung im Mittelpunkt  einer politischen Strategie.
Der Band bietet klassische Texte von Leo Tolstoi, dessen religionskritische Aufsätze eher selten rezipiert werden. 


Carsten Frerk
Violettbuch Kirchenfinanzen
Wie der Staat die Kirchen finanziert
ca. 240 Seiten, kartoniert, Euro ca. 16.-
ISBN 978-3-86569-039-5

Ein Subventionsbericht der besonderen Art: Wie die Kirchen sich auf unsere Kosten finanzieren

Obwohl die beiden großen christlichen Kirchen heute weniger als zwei Drittel der Bevölkerung organisieren, werden viele ihrer Belange durch die öffentliche Hand finanziert. Und das betrifft keineswegs nur Krankenhäuser oder Sozialstationen, deren Leistungen allen zugute kommen.
Ob Bischofsgehälter, die Ausbildung kirchlichen Personals oder Missionswerke – konfessionslose und andersgläubige Bürgerinnen und Bürger zahlen kräftig mit. Einige Zahlungen gehen auf angeblich jahrhundertealte Verträge zurück, die Fürsten mit Fürstbischöfen abgeschlossen haben, andere wurden erst in jüngster Vergangenheit durch Kirchenverträge festgeschrieben. 
Carsten Frerk gibt einen systematischen Überblick, zu welchen Gelegenheiten der Staat von den Kirchen zur Kasse gebeten wird. Er problematisiert versteckte Subventionen wie die steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer, erläutert die rechtliche und historische Fragwürdigkeit der sogenannten Staatsleistungen und stellt die Frage, warum die Allgemeinheit soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft bezuschusst, obwohl dort die Arbeitnehmerrechte weitgehend außer Kraft gesetzt sind.

Dabei geht es nicht um „peanuts“: die Zuwendungen der öffentlichen Hand an die Kirchen übersteigen deren Einnahmen aus der Kirchensteuer deutlich. Da die Kirchen zudem steuerbefreit sind, tragen sie nichts zur Finanzierung der gesellschaftlichen Infrastruktur bei, von der sie profitieren. Wer sich vor Augen führt, dass die mehr als eine Million Beschäftigten der Kirchen und ihrer Einrichtungen auf Kosten der Allgemeinheit ausgebildet wurden, erkennt schnell, dass es sich hier um Milliardenbeträge handelt.
Die Zahlen und Fakten haben das Zeug, die längst überfällige Diskussion, in welchem Maße staatliche Subventionen für die Kirchen gerechtfertigt sind, endlich in die Politik zu tragen. 


Rolf Bergmeier
Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums
Die Legende vom ersten christlichen Kaiser
ca. 320 Seiten, kartoniert, Euro ca. 20.-
ISBN 978-3-86569-064-7

Eine kritische Auseinandersetzung mit demfrühen Christentum und der Religionspolitik Konstantins des Großen

Kaiser Konstantin der Große gilt als der erste christliche Kaiser – eine Einschätzung, die der Althistoriker Rolf Bergmeier in Frage stellt. Er sieht Konstantins Verhältnis zur Religion vielmehr durch dessen politische Interessen und seinen Bezug zum traditionellen Götterkult bestimmt. Um seine Auffassung zu untermauern, wirft Bergmeier einen Blick auf die Entwicklungen des 4. Jahrhunderts. Er beschreibt die Rolle des Christentums – damals ein Bündel sich gegenseitig bekämpfender Konfessionen – im Römischen Reich. Das Buch bietet insofern keine weitere Konstantin-Biographie, sondern erläutert anhand von drei zentralen Stationen aus Konstantins Leben (Schlacht an der Milvischen Brücke, Konzil von Nicäa, Taufe auf dem Totenbett) dessen Religionspolitik. Insofern bietet das Werk auch eine kritische Geschichte jener Umbruchsphase, in der das Christentum zur den Mittelmeerraum dominierenden Religion aufgestiegen ist.
Die zur Begründung seiner Position notwendigen fachwissenschaftliche Erörterungen (Bewertung antiker Textquellen, Symbolforschung, Münzquellen) erfolgen in Exkursen am Ende des Buches. 


Andreas Kilian
Die Logik der Nicht-Logik
Wie Wissenschaft das Phänomen Religion heute biologisch definieren kann
ca. 224 Seiten, kartoniert, ca. Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-062-3

Eine biologische Erklärung des Phänomens Religion

Wer Religion mit Biologie in Zusammenhang bringt, kann sich auf Widerspruch gefasst machen. Versuche, die geistige Dimension des Menschen natürlich zu erklären, stoßen auf teilweise hysterische Ablehnung, das Phänomen Religion aus evolutionsbiologischer Sicht zu erklären, wird geradezu als Sakrileg gewertet. Dabei ist es sehr aufschlussreich, Religion aus dem biologischen Blickwinkel heraus zu betrachten. Denn es zeigt sich, was deren Vertreter lauthals bestreiten: Religion ist nicht zwingend notwendig, aber ein sehr effektives Mittel zu rein biologischen Zwecken.
In Die Logik der Nicht-Logik unternimmt Andreas Kilian den Versuch, das Phänomen Religion zu erklären, ohne den Boden der Tatsachen zu verlassen. Aktuelle neurobiologische, ethologische, psychologische und soziologische Forschungsergebnisse bilden die Basis für eine biologisch-naturwissenschaftliche Definition, die ohne Bezug auf jenseitige Mächte auskommt. Da der Autor Religion als natürliches Phänomen versteht, arbeitet er eine plausible Evolution der biologischen und kulturellen Voraussetzungen heraus, auf denen sie beruht. Letztlich zeigt sich, dass Religion keineswegs nur spirituelle Bedürfnisse befriedigt, sondern als sehr diesseitige persönliche Erfolgsstrategie begriffen werden kann. 


Christoph Martin Wieland

Was ist Wahrheit?
Schriften zur Aufklärung und Religionskritik
Klassiker der Religionskritik, Bd. 12
Hrsg. und mit einem Vorwort von Marvin Chlada
ca. 150 Seiten, kartoniert, Euro 13.-
ISBN 978-386569-132-3

Die religionskritischen Texte eines unterschätzten deutschen Aufklärers

Der Aufsatzband vereint die wichtigsten Texte, in denen sich Wieland kritisch zu bestimmten Aspekten der Religion äußert. Anhand seines diesseitigen Weltverständnisses wird die untrennbare Verknüpfung von Religionskritik und Aufklärung deutlich. Wie alle Klassiker-Bände enthält das Buch eine thematische Einleitung, Zeittafel, Bibliographie und ein Glossar. 


Osvaldo Bayer
Aufstand in Patagonien
Aus dem Spanischen von Boris Schöppner
ca. 400 Seiten, kartoniert, ca. Euro 28.-
ISBN 978-3-86569-910-7

Eines der wichtigsten Bücher zum Verständnis der argentinischen Geschichte

Osvaldo Bayer rekonstruiert die Geschichte der Arbeitskämpfe 1922 in Patagonien. Mit Streiks und Besetzungen der großen Landgüter versuchten sich die Arbeiter gegen brutale Arbeitsbedingungen und unzureichende Bezahlung zu wehren. Das argentinische Militär unterdrückte diese Kämpfe jedoch blutig, zog von Landgut zu Landgut und tötete mehr als 1.500 Arbeiter – meist nachdemdiese sich bereits ergeben hatten. Im Januar 1923 schließlich wurde der für die Massaker verantwortliche Offizier von dem deutschen Anarchisten Kurt Gustav Wilckens in Buenos Aires erschossen.
Aufstand in Patagonien ist aber nicht nur eine Dokumentation der gewaltsamen und mörderischen Unterdrückung der Streiks in Patagonien, sondern auch die Darstellung einer inhumanen und auf Ungleichheit basierenden Gesellschaft. Schritt für Schrittt erzählt Osvaldo Bayer, wie die Familien der Großgrundbesitzer den damaligen Präsidenten Yrigoyen und das Militär drängten, den Streiks ein Ende zu bereiten und ein für alle Mal Unruhen und Erhebungen zu unterdrücken.
Mit seinen Recherchen über die Arbeitskämpfe in Patagonien hat Osvaldo Bayer als erster eines der dunkelsten Kapital in der Geschichte Argentiniens erforscht und vor dem Vergessen bewahrt. La Patagonia Rebelde ist auch heute noch, 80 Jahre nach den Ereignissen und mehr als 30 Jahre nach der erstmaligen Veröffentlichung, von grundlegender Bedeutung für das Verständnis der argentinischen Geschichte. 


 „...aber hat nicht gedient“
Junge Menschen verweigern den Krieg
Eine Audioslideshow von Timo Vogt
DVD, 45 Minuten, mit Booklet, Euro ca. 15.-
ISBN 978-3-86569-922-0

Eine Audioslideshow über Kriegsdienstverweigerer aus Deutschland, Armenien, Israel und der Türkei

Timo Vogt besuchte Kriegsdienstverweigerer in Deutschland, Armenien, Israel und der Türkei. Sie erzählten von ihren Beweggründen und den zuweilen folgenschweren Konsequenzen ihrer Gewissensentscheidung. An der israelischen Sperrmauer, mit der Bundeswehr am Hindukusch, bei Militärparaden in der Türkei oder in den Schützengräben der Front von Nagorny-Karabach entstand die fotografische Begleitung der Geschichten von mutigen Querdenkern.

Die 45-minütige Audioslideshow verbindet Fotografie und Ton zu einem „Film“ der besonderen Art. Die verwobenen Aussagen der Kriegsdienstverweigerer werden von Stills visuell begleitet, die Einblicke in die Welt der Kriegsdienstverweigerer  geben.


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