Peter Bierl „beweist“ Verleumdungen mit einem manipulierten Zitat aus MIZ

Im Juni sind im Rahmen der Berichterstattung über die Verleihung  des Ethik-Preises der Giordano Bruno Stiftung (gbs) zwei Artikel des Journalisten Peter Bierl erschienen, in denen dieser schwere Vorwürfe gegen verschiedene Verbände der säkularen Szene erhebt. Neben der gbs werden auch der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten, der Bund für Geistesfreiheit sowie der Alibri Verlag in die Nähe von NS-Euthanasie und Antisemitismus gerückt. Seine Behauptungen belegt Bierl mit äußerst fragwürdigen „Argumentationen“, die durch selektive Wahrnehmung und Darstellung, Etikettierung  und einen unseriösen Umgang mit Zitaten gekennzeichnet sind. Den Gipfel der Manipulation stellt die scheinbare Wiedergabe eines Zitates aus einem in MIZ 3/97 erschienenen Aufsatz dar. Bierl behauptet, in dieser Ausgabe der Zeitschrift habe Helmut F. Kaplan „die Tötung eines neugeborenen Kindes [verharmlost], indem er diese mit Verzicht auf Sex gleichsetzte“. Im Text gibt Bierl scheinbar ein Zitat von Kaplan wieder: „Die ‘Tötung (einer Nicht-Person)’ habe ‘nichts anderes zur Folge ... wie unterlassener Geschlechtsverkehr, eben das Nichtentstehen einer Person.’.“ Wer im Aufsatz nachliest, erkennt sofort die sinnentstellende Wiedergabe der Aussage des Autors. Denn die Passage lautet: „Deshalb, so die Argumentation, dürfen wir auch Tötung (einer Nicht-Person) nicht verurteilen, da sie nichts anderes zur Folge hat wie unterlassener Geschlechtsverkehr, eben das Nichtentstehen einer Person. Soweit Singers Überlegungen hinsichtlich der moralischen Gleichwertigkeit von Handlung und Unterlassung.“ Bierl unterschiebt Kaplan also die Position Singers, die Kaplan referiert, um sie anschließend zu widerlegen. Ziel der Manipulation ist es, die MIZ als „Unterstützerin“ vermeintlicher Euthanasie-Positionen Singers zu brandmarken. Besonders verwerflich an Bierls Vorgehen ist, dass er höchstwahrscheinlich gegen besseres Wissen gehandelt hat. Denn das in dieser Weise manipulierte Zitat verwendete er bereits im Frühjahr 2008 in einem Aufsatz in der Zeitschrift Der rechte Rand. Auf eine Beschwerde des Alibri Verlags antwortete die Redaktion, sie habe die Einwände an den Autor weitergeleitet.
Eine ausführliche Stellungnahme von Gunnar Schedel zu Bierls Verleumdungen findet sich im Humanistischen Pressedienst.

 

 

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